25 Millionen Bundesbürger, besonders gefährdete wie Schwangere, chronisch Kranke und das Gesundheitspersonal, sollen nach Plänen der Bundesregierung im Herbst gegen die Schweinegrippe geimpft werden.
Angesichts dieser Massenimpfungen bricht zwischen der Bundesregierung und den Krankenkassen der Kostenstreit aus. Da die Kosten für eine solche Impfaktion derzeit nicht im Gesundheitsfonds einkalkuliert sei, drohten einige Kassenvertreter, sollten sich Bund und Länder nicht beteiligen, mit Zusatzbeiträgen.
Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Dr. Klaus Theo Schröder verwies auf einen Überschuss der Kassen im laufenden Jahr von etwa 1 Milliarde Euro. Die die erste Impfrunde soll sich nach vorläufigen Berechungen für die Gesetzlichen Krankekassen auf 500-550 Millionen Euro belaufen. Die Privaten Kassen wollen entsprechend ihrer Versichertenanzahl (ca. 8,6 Mio. Kunden) Mittel beisteuern.
Außerdem betonte Schröder, dass die gesetzlichen Krankenkassen ganz im Gegensat zu den Privaten Kassen nach § 20 d des Sozialgesetzbuches V dazu verpflichtet wären die Impfung zu finanzieren. Zudem wäre zu Bedenken, dass die Impfung auch im Interesse der Kassen selbst ist, da die Impfung sicherlich günstiger ist als die Therapie von Schweinegrippeerkrankten. Eine Doppelimpfung gegen die Grippe, die Arztkosten für die Impfung und der Impfstoff selbst, kann mit etwa 30 Euro veranschlagt werden.
Da jeder Bundesbürger Anspruch auf eine Grippeimpfung hat, hat die Bundesregierung bereits eine Option über 164 Mio. Impfeinheiten für die Grippedoppelimpfung. Über die weitere Bestellung wird Ende August von Bund und Ländern gemeinsam entschieden. Die Entscheidungsgrundlage hierfür soll bild die Grippeentwicklung auf der Südhalbkugel bilden. Ein genauer Plan zur Durchführung besteht aber noch nicht und liegt auch im ermessen der Länder.
Die Versorgung mit den Neuraminidasehemmern Tamiflu® und Relenza® ist Schröder zufolge nicht gefährdet: Für die bisherigen Fälle stünden in den Apotheken genügend Mittel zur Verfügung. Ihm seien keine Engpässe bekannt. Die Zahl der Infizierten mit dem H1N1-Virus stieg bundesweit seit vergangenem Freitag um mehr als 1000 auf über 4000 an.
Quelle: www.aerztezeitung.de, www.welt.de