Die Europäische Zentralbank senkte letztes Jahr nur einmal den Leitzins von einem Prozent auf 0,75 Prozent, also um 0,25 Prozentpunkte. Die Tagesgeldzinsen aber sanken und sanken bis heute um durchschnittliche 0,7 Prozent. Wir befinden uns also in einem Zinstief. Aber warum und gibt es Banken, die noch Tagesgeldzinsen zahlen mit denen wenigstens die Inflationsrate ausgeglichen werden kann?
Geldinstitute können zur Zeit so günstig wie nie Geld bei der Zentralbank einkaufen und sind daher nicht darauf angewiesen Geld über Kundeneinlagen, wie Tages- oder Festgeldanlagen, zu generieren. Dass das Kreditgeschäft, also die Vergabe von Krediten an Kunden aktuell auch eher schleppend läuft, kommt noch dazu.
Durch sinkende Zinsen lohnte sich im vergangenen Jahr für Kunden noch nicht einmal das Zinshopping. Viele Banken warben neue Kunden mit befristeten Angeboten. Wer allerdings immer dem besten Zinsangebot hinterher lief, lief Gefahr während der Wechselzeit Zinsen einzubüssen. Diese Zinsverluste während der Wechselzeit können, wenn man Pech hat, auch mal so ausfallen, dass sie höher sind als der Zinsvorteil beim neuen Anbieter. Generell lohnt es sich für Kunden erst die Bank und das Tagesgeldkonto zu wechseln stellt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung, fest, "wenn der Zinsunterschied mindestens 0,25 Prozentpunkte ausmacht".
Natürlich ist jeder Anleger bestrebt auch Zinsen zu bekommen. Doch sind die höchsten Zinsen nicht immer auch mit dem besten Angebot gleichzusetzen. Neben den Zinsen spielt auch immer der Service und die Einlagensicherung der einzelnen Institute eine wichtige Rolle. Geht es darum Geld anzulegen, sollten Sie als erstes prüfen, was für ein Kunde Sie sind. Legen Sie Wert auf persönlichen Kontakt, dann ist wahrscheinlich eine Filialbank die richtige Wahl für Sie oder reicht es Ihnen aus regelmässig Kontoauszüge zu bekommen? In diesem Fall bietet sich auch eine Direktbank mit Online-Kontofühung an. Zinsvergleiche im Internet bieten schon einmal eine gute Startmöglichkeit für Ihren Vergleich. Sie sehen in der Regel schon einmal wer welche Zinsen zahlt und wo eine Bank beheimatet ist, also welche Einlagensicherung greift und ob die Bank weiteren Entschädigungseinrichtungen angeschlossen ist. Letztendlich haben Sie selbst die Qual der Wahl, aber Annabel Oelmann, Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, formuliert es so: "Im Ernstfall einer Pleite ist es einfacher, in Deutschland sein Recht einzuklagen".
Quelle: www.handlsblatt.com, Wikipedia - Höhe der Einlagensicherung