Bereits im März setzte sich das Kartellamt in Sachen Bankautomatengebühren mit mehr als 280 Banken wegen dem Verdacht der Wettbewerbsbeschränkung, verbotener Diskriminierung und dem Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung in Verbindung, weil institutsfremde Nutzer von Bankautomaten teilweise bis zu 10 € Gebühren pro Bargeldabhebung bezahlen.
Bislang konnten die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeschlossenen Bankenverbände zu keiner Einigung auf eine Obergrenze für die Gebühren bei der Bargeldabhebung gelangen, jedoch wurde ein direktes, transparentes Kundenentgelt beschlossen. Im Klartext heißt dies für die Bankkunden die Geld mit einer EC-Karte an institutsfremden Automaten abheben nur, dass Sie vor der Transaktion über die Höhe der anfallenden Gebühren informiert werden. Diese Regelung tritt auch erst per 15. Januar 2011 in Kraft - es bleibt also noch genügend Zeit für Direktbankenkunden sich über überzogene Bankgebühren zu ärgern.
Auch das Kartellamt sieht in der bis dato getroffenen Einigung keine Vorteile für die Bankkunden, denn Transparenz allein werde nicht zu einer Regulierung der Preise führen. Private Banken haben sich mittlerweile darauf verständigt eine einheitlich Gebühr in Höhe von 1,95 € pro Abhebevorgang für Fremdkunden in Rechnung zu stellen und fordern Sparkassen und Volks-und Raiffeisenbanken auf sich dieser Obergrenze anzuschliessen. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbankenäußerte gegenüber dem Handelsblatt, dass er Transparenz bei den Gebühren für ausreichend hält, Kunden könnten auf dieser Grundlage eine selbständige informierte Entscheidung treffen. Auch sei eine einheitliche Gebühr schwer zu realisieren, da nicht alle Bankautomaten einheitlichen Kosten verursachten. So hinge die Höhe der Gebühr auch von der Zahl der Transaktionen aber auch von den Kosten wie z.B. Wartung oder Sicherheitsmaßnahmen ab. Auch rechnet er nicht damit, dass es weiter zu überzogenen Gebühren im ländlichen Bereich kommen werde, da es schließlich noch andere Arten der Bargeldversorgung wie z.B. Tankstellen oder den Einzelhandel gebe.
20 € für das Abheben mit der EC-Karte stelle einige Institute der Direktbank ING Diba in Rechnung und auch weitere Direktbanken werden mit ähnlich hohen Gebühren gebeutelt. So stellte die Finanzberatung FMH in einer Erhebung fest, das weiteren fünf Instituten Rechnungen über 10 € pro Abhebung ins Haus flattern. "Die Banken schaukeln sich gegenseitig hoch", sagt Max Herbst, Inhaber der Finanzberatung FMH gegenüber dem Handelslatt.
Verbraucherschützer schlagen Alarm, das Kartellamt analysiert und das Bundesverbraucherministerium dringt auf eine Obergrenze aber mit Ergebnissen können die leidtragenden Kunden wohl nicht so schnell rechnen. Als Lösung bleibt bislang nur die Nutzung der von Direktbanken oftmals kostenlos zu Verfügung gestellten Kreditkarte. Immerhin sind beim Abheben mit der Kreditkarte die Kosten auf eine bankinterne Pauschele von 1,74 € begrenzt.
Quelle: www.handelsblatt.com, www.faz.net, www.sueddeutsche.de