Deutsche Industrie im Auftragsplus

Die deutsche Industrie hat im Juni die Erwartungen der Analysten übertroffen. Ohne Berücksichtigung von Preisschwankungen und saisonalen Anstiegen hat sie ein Auftragsplus von 4,5 Prozent zum Vormonat verzeichnet. Bereits im Mai war ein Anstieg bei den Auftragseingängen zu beobachten.
Trotz dieser Erholungen liegen die Auftragseingänge aber immer noch 25 Prozent unter den Vorjahreswerten. Für Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor von Guttenberg ist dieser Anstieg aber „ein breiter werdender Hoffnungsschimmer“, den viele Bankenvolkswirte zu teilen scheinen.
„Von einem sich selbst tragenden Aufschwung sind wir aber noch weit entfernt.“ befindet der Ökonom Stefan Bielmeyer von der Deutschen Bank. Auch Mario Gruppe, Volkswirt bei der Nord LB, erinnert daran, dass Deutschland trotz dieser positiven Zahlen immer noch ein Wirtschaftswachstum von minus 6 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr aufweist. Deutschland profitiert zur Zeit von den Konjunkturprogrammen auf der ganzen Welt und dem damit verbundenen Aufwärtstrend, die jedoch irgendwann auslaufen werden. Bedenklich ist noch immer die Binnennachfrage. Bedenkt man den erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die Stagnation der Binnennachfrage bei plus 0,2 Prozent nicht verwunderlich. Aber je stärker die Nachfrage jetzt ansteigt, desto geringer werden die Arbeitslosenzahlen ausfallen. Aber erst 2013 soll sich die Wirtschaft endgültig von der Rezession wieder erholt haben.


Quelle: www.faz.net


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