Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) macht sich für Mindestlöhne stark, denn die Kluft zwischen hohen und niedrigen Löhnen verschärft sich. Deutschland, Polen und die Vereinigten Staaten zählen zu den Industrieländern, in denen diese Kluft immer deutlicher zu Tage tritt. IAO-Generalsekretär Juan Somavia geht von um 0,5 Prozent sinkenden Reallöhnen und einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 20 Millionen weltweit aus. Die kann angesichts der Weltwirtschaftskrise zu sozialen Spannungen führen.
Auch für Deutschland werden sinkende Reallöhne erwartet. Zwischen 2001 und 2007 sind diese im Durchschnitt nur um 0,51 Prozent gestiegen, deutlich weniger als in vergleichbaren Industrienationen. Für Russland und China dagegen wurden Anstiege der Reallöhne von 10 Prozent und mehr ermittelt. Angesichts dieser Entwicklung macht sich die IAO für Mindestlöhne und einer damit verbundenen Steigerung der Massenkaufkraft stark. Kritik, dass diese die Arbeitslosigkeit an sich erhöhen könnten, wies der IAO-Experte Daniel Vaughan-Whitehead in Berlin zurück.
Quelle: www.welt.de