PKV, GKV - Welche ist die Versicherung für wen?

Steigende Beiträge bei Versicherungen, sei es nun die private oder die gesetzliche Versicherung mit ihren Sonderbeiträgen, sind keine Neuheit. Gerade erst letztes Jahr erhielten viele privat Krankenversicherer im Zuge der Umstellung auf die Unisex-Tarife Mitteilungen für deutliche Beitragshöhungen und auch dieses Jahr bleiben Prämienerhöhungen nicht aus. Das führt natürlich dazu, dass gerade privat Versicherte, die kräftig draufzahlen müssen, gern bereit sind zu einer Krankenversicherung mit geringeren Beiträgen zu wechseln. Aber gerade sie sollten einen extra Blick auf die Empfehlungen ihres Versicherungsberaters werfen, denn nicht immer ist die größtmögliche Einsparung bei Versicherungsverträgen, die meist durch einen Wechsel entsteht die beste Lösung für den Versicherten.


Wer kann sich überhaupt privat krankenversichern und für wen lohnt es sich?
Jeder, der die nötige Pflichtversicherungsgrenze vom 53.550 Euro Brutto im Jahr bzw. 4.462,50 Euro Brutto pro Monat überschreitet, kann sich in einer privaten Krankenversicherung aufnehmen lassen. Bevor diese Entscheidung getroffen wird, sollte man sich aber über einige Punkte klar sein. Denn für die PKV kann man grundsätzlich sagen: "Drin gehanden heißt drin gefangen." Man kann nicht einfach jederzeit wieder von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln. Das ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Seien sie sich also sicher, dass sie auch mit dem Alter steigende Beiträge bezahlen können. Zudem empfielt es sich nicht in eine private Krankenversicherung zu wechseln, wenn Sie älter als 40 Jahre sind. Je höher das Eintrittsalter ist, desto höher fallen auch die Beiträge aus, denn die Krankenkasse muss Rückstellungen fürs Alter bilden. Bei einem höheren Eintrittsalter muss dass dann natürlich über einen kürzeren Zeitraum erfolgen, was zu höheren Beiträgen führt.


Neben dem Alter spielt auch die Familie bzw. die Familienplanung bei der Entscheidung PKV ja oder nein eine wichtige Rolle. In der gesetzlichen Krankenversicherung kann z.B. ein nicht arbeitender Ehepartner und Kinder kostenlos mitversichert werden. In der PKV ist dies nicht möglich. Hier kostet die zusätzliche Versicherung für ein Kind monatlich etwa 120 Euro extra. Gutverdienende ohne Kinder kommen in der Regel also bei einer privaten Krankenversicherung besser weg. Auch sollten Familien"planer" bedenken, dass die Kinderbetreung im Krankheitsfall oder Mutter-Kind-Kuren nicht zum Leistungskatalog der PKV gehört, im Gegensatz zur GKV. Punkten kann die PKV z.B. bei den Kosten für Brillen, Zahnersatz oder auch alternativen Heilmethoden, wie z.B. Akkupunktur, diese sind meist im Leistungskatalog enthalten oder werden, wenn nicht, sehr viel kulanter abgerechnet. Wer vom Chefarzt behandelt werden möchte, für den ist die PKV oder aber zumindest eine Zusatzversicherung die richtige Wahl. Im Krankheitfall, zumindest bei einem längeren, ist man hingegen bei der GKV wieder besser dran. Die PKV zahlt nur gegen höhere Beiträge Kranken(tage)geld. Zu guter letzt sollten Sie auch bedenken, dass sie bei einer privaten Krankenversicherung in der Lage sein müssen Arzthonorare auch für die ganze Familie vorzustrecken.


Wonach richet sich die Beitragshöhe der PKV?
Die Prämie für eine private Krankenversicherung richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren Als ersten Faktor kann man wohl Ihr Eintrittsalter nehmen. Wie anfangs schon erwähnt, fällt der Beitrag bei einem höheren Eintrittsalter auch höher aus. Ehepartner und Kinder die auch mit versichert werden, erfordern zusätzliche Beitragszahlungen. Zudem steigt der Beitrag mit Ihrem Alter immer weiter um die gesetzlich vorgeschriebenen Altersrückstellungen zu bilden. Wer in eine private Krankenversicherung eintreten möchte, muss all seine Vorerkrankungen angeben. Diese führen dann zu Risikozuschlägen, die den Beitrag erhöhen. Nimmt man diese Punkte also ganz genau ist eine PKV nur etwas für junge, gesunde und kinderlose Leute. Ein hoher Selbstbehalt, also Kosten, die der Versicherte selbst trägt, führt natürlich zu einem geringeren Beitrag. Ein hoher Selbstbehalt muss aber nicht immer die richtige Wahl sein. Wechselt man später den Tarif, auch innerhalb eines Versicherungsunternehmens, ist mit einem niedrigeren Selbstbehalt auch immer ein Risikozuschlag, der teurer werden kann, verbunden. Ganz im Gegensatz dazu gibt es bei der gesetzlichen Krankenversicherung eigentlich nur einen Punkt der Ihre Beitragshöhe bestimmt, Ihr Bruttogehalt.


Jede Form der Versicherung hat natürlich ihre Vor- und Nachteile, es gilt daher seine aktuelle und auch zukünftige Situation unter die Lupe zu nehmen bevor man eine Entscheidung trifft. Letzlich, egal ob es sich um den Eintritt in eine PKV, um einen Wechsel des Tarifs beim eigenen Versicherer oder um den Wechsel zu einer anderen privaten Versicherung handelt, wichtig ist nicht nur der Beitrag, sondern viel mehr die Leistung die man für den Beitrag erhält. Nicola Ferrarese, Geschäftsführer der Mineva Kundenrechte rät in einem Artikel der "WirtschaftsWoche": "Die Leistung dürfe sich nicht verschlechtern und sollte tendenziell besser sein; hinzu kämen ein günstigerer Beitrag sowie ein stabilerer Beitrag."


Quelle: www.wiwo.de, Bundesministerium für Arbeit und Soziales




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